Praktikum


Ausüben eines Praktikums


Asylbewerber im Besitz einer Aufenthaltsgestattung oder mit einer Duldung können nach 3 Monaten Aufenthalt im Bundesgebiet Praktika ausüben.

Praktikanten sind Personen, die sich durch eine bestimmte betriebliche Tätigkeit in einem Unternehmen praktische Kenntnisse zur Vorbereitung auf eine künftige berufliche Tätigkeit oder Ausbildung aneignen wollen.


Es handelt sich bei Praktikumsverhältnissen grundsätzlich um Beschäftigungsverhältnisse.


Dabei gilt es folgende unterschiedliche Arten von Praktika und die damit verbundenen Vorgaben zu unterscheiden sowie zu beachten:


Hospitation


Es werden Kenntnisse über den betrieblichen Ablauf erlangt, ohne in diesen eingegliedert zu werden.


Der Asylbewerber ist Gast im Betrieb, ohne betriebliche Arbeitsleistungen von wirtschaftlichem Wert zu verrichten. Es gibt keine zeitliche Beschränkung!


Keine Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit erforderlich.


Keine Genehmigung der Ausländerbehörde erforderlich.


Achtung: Eine Arbeitsaufnahme ist nicht statthaft!



Praktikum zur Anerkennung eines ausländischen Berufsabschlusses


Besitzt ein Asylbewerber oder eine Person mit Duldung einen ausländischen


Berufsabschluss, der in Deutschland noch nicht anerkannt ist, so kann er/sie eine befristete praktische Tätigkeit ausüben, wenn dies für die Feststellung der Gleichwertigkeit des ausländischen Berufsabschlusses oder die Erlangung einer Berufserlaubnis erforderlich ist.


Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit erforderlich!



Praktikum zur Eignungsfeststellung


Ein Asylbewerber oder eine Person mit Duldung kann seine berufsfachliche Eignung


für den Zielberuf unter Beweis stellen. Es handelt sich dabei um eine zweckbezogene, durch die Bundesagentur für Arbeit geförderte Maßnahme, die die Dauer von 6 Wochen nicht überschreiten darf. Der Asylbewerber oder die Person mit Duldung darf keine Arbeitsleistung verrichten, die üblicherweise nur gegen Entgelt erbracht wird sowie nicht in die Arbeitsorganisation des Betriebes eingegliedert und der Weisungsbefugnis des Arbeitgebers unterworfen sein.


Keine Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit erforderlich.



Praktikum zur Berufsorientierung


Voraussetzung: Die betriebliche Tätigkeit muss einen Bezug zu der angestrebten Berufsausbildung aufweisen. Ein Berufsorientierungspraktikum dient dem Erwerb praktischer Kenntnisse und Erfahrungen und darf maximal 3 Monate andauern.


Wichtig: Der allgemeine Mindestlohn gilt bei dieser Art von Praktikum nicht.


Genehmigung der Ausländerbehörde erforderlich!


Keine Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit erforderlich.